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  • AutorenbildPia Kleffner

Perfekt und vollkommen unperfekt - Denkanstöße zur Arbeitsplatzwahl

Team, Meeting, lachen, Freude, Business
Die Wahl des für uns richtigen Arbeitsplatzes hängt von vielen Faktoren ab.

Vom Streben nach Vollkommenheit


Von Generation zu Generation findet ein beruflicher Wertewandel statt. Was für unsere Eltern wichtig war, ist für uns heute zweitrangig und wird für kommende Generationen ganz in den Hintergrund treten. Unsere Berufswahl ist im Grunde direkt abhängig vom Wohlstand der Gesellschaft. Stellen Sie sich vor, Ihre wirtschaftliche Existenz wäre in Gefahr. Sicherlich würden Sie nicht lange überlegen, ob ein Arbeitsplatz "perfekt" ist oder wie es dort um das Betriebsklima bestellt ist. Nein, Sie würden die Arbeit annehmen, die Ihnen finanziell am meisten bringt und wären zudem noch in der Lage, alle äußeren Umstände auszublenden. Ihre oberste Priorität würde lauten: "Geld verdienen und überleben." In Zeiten, in denen wir keinerlei existenzielle Bedrohung erleben, haben wir das Glück, uns Gedanken über unsere Ansprüche und Erwartungen an unseren Beruf, unseren Arbeitgeber und uns selbst machen zu können. Wir haben den Luxus, frei zu entscheiden, welchen Weg wir mit welchem Unternehmen einschlagen wollen und optimieren selbstbestimmt die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Und so landen wir früher oder später auch bei der Frage nach der Sinnhaftigkeit unseres Tuns, werfen einen kritischen Blick auf unser Umfeld, unseren Verdienst und nicht zuletzt auf unsere Karrierechancen. Wir stellen vielleicht fest, dass eben nicht alles vollkommen ist und hinterfragen: Welcher Arbeitsplatz ist denn nun perfekt für mich? Für uns wirft das gleichzeitig die Frage auf: Inwieweit brauchen wir als Individuen überhaupt die perfekten Arbeitsbedingungen und können wir diese sogar mitgestalten?

"Was perfekt ist, kann nicht besser werden" (G. Exler)

Perfektion wird in dem Moment objektiv messbar, in dem wir sie mit "Genauigkeit" gleichsetzen. Diese Form eines "vollendeten Könnens" ist in vielen Bereichen unerlässlich und absolut wichtig. Sind unsere Winterreifen nicht korrekt montiert, verunfallen wir unter Umständen. Versorgt ein Arzt eine Wunde nicht einwandfrei, besteht die Gefahr einer Infektion. Eine Vielzahl von Tätigkeiten erfordert eine absolut korrekte Ausführung. Uns treiben aber die Fragen um, die uns von objektiv beurteilbaren Größen weit entfernen, da sie von Bewerber zu Bewerber nur allzu unterschiedlich sein können. Perfektion hat nämlich ein zweites Gesicht, eine nicht messbare Kehrseite. Diese ist geprägt von Ihren höchstpersönlichen Erfahrungen und Werten, Ihren Lebensumständen und Ihrer Familie, Ihren Stärken und Schwächen.

"Wähle einen Beruf, den Du liebst, und Du brauchst nie mehr zu arbeiten" (Konfuzius)

Dieses Zitat erfährt vielerlei Auslegung, stehen wir doch hier schon vor der ersten Schwierigkeit: Was macht einen Beruf liebenswert? Wir können nur richtige Entscheidungen treffen, wenn wir wissen, was wir wirklich wollen, und dazu ist es wiederum erforderlich, den Blick zunächst nach innen zu richten. Nehmen Sie sich ausreichend Zeit, grundlegende Fragen nach Ihren Stärken und Schwächen, Ihren Talenten und Wünschen zu beantworten und stellen sie Sie sich regelmäßig, denn so banal sie sich im ersten Moment anhören mögen: die Antworten werden sich im Lauf Ihres Berufslebens mehrmals ändern, denn nichts bleibt, wie es war. Wichtig ist, Veränderungen an sich selbst zu erkennen und zu akzeptieren. Mit uns wandeln sich nämlich auch die Ansprüche an unser Arbeitsleben.


„Das Glück Deines Lebens hängt von der Beschaffenheit Deiner Gedanken ab.“ (Marc Aurel)

Frau, Nebel, Profil, grün
Unser Mind-Set hat enormen Einfluss darauf, ob wir in unserem Tun glücklich sein werden oder nicht.

Wir schließen also daraus, dass statisch-perfekte Arbeitsbedingungen uns aller Wahrscheinlichkeit nach mehr lähmen, als sie zu unserem Wohlbefinden beitragen. Von Natur aus sind wir doch neugierig und wollen lernen, Herausforderungen meistern und uns weiterentwickeln. In einer perfekten Arbeitswelt wären wir frei von Misserfolgen, an denen wir wachsen könnten. Wir würden nicht anecken, nie erfahren, wie aus einer kontroversen Diskussion plötzlich neue Ideen erwachsen. Und: Wir würden nie zu Neuem aufbrechen. Inmitten dieser Gedanken taucht für uns die Frage auf: Wie beeinflusst unsere innere Einstellung das berufliche Glück? Oder ist es andersherum: Bestimmt das Arbeitsumfeld unser Mindset? Ihre Überlegungen hierzu können einige Zeit in Anspruch nehmen, denn Sie werden feststellen, dass zunächst vielleicht weitere, noch offene Fragen hinzukommen, bevor Sie mehr Klarheit erlangen. Im Übrigen kann Sie hierbei eine professionelle Personalberatung tatkräftig unterstützen. Sprechen Sie uns gerne an.

"Nicht, weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern, weil wir es nicht wagen, ist es schwer" (Seneca)


versteinerter Mensch, geschlossene Augen, grau, trostlos
Durch unsere Urangst vor Wagnissen, verharren wir manchmal erst in Situationen, die uns unglücklich machen

Wenn Sie für sich herausgefunden haben, wie Ihre Mentalität Ihr Arbeitsumfeld (und umgekehrt) beeinflusst, kann es sein, dass Sie den Wunsch nach Veränderung verspüren. Aus verschiedensten Gründen kann unser ausgeübter Beruf plötzlich oder schleichend seinen Sinn verlieren. Die Gründe dafür finden wir im Arbeitsumfeld oder in uns selbst. Seien es Konzernübernahmen, ein Wechsel des Arbeitsgebietes oder in der Führung, eine Neuorientierung - die Liste der möglichen Gründe ist lang.

Sind Sie tatsächlich an solch einem neuralgischen Punkt angelangt, sollten Sie schnell und in liebevoller Selbstfürsorge für sich handeln, denn Tätigkeiten, die uns sinnlos erscheinen, führen zweifellos zu Schwierigkeiten. Manchmal jedoch verharren wir in diesem Zustand. Unsere Beweggründe hierfür können ein gutes Gehalt, kurze Wege, eine krisensichere Branche oder eine solide Altersvorsorge sein. Das sind alles gewichtige und gute Gründe zu bleiben, das ist richtig. Aber vor dem Hintergrund, dass wir mit unserer Karriere jeden Tag unzufrieden und unglücklich sind, relativieren sie sich schnell. Hinter den genannten Argumenten (und es ist wichtig, ihnen Raum zu geben, denn es gibt Lebenssituationen, in denen sie Vorrang haben) versteckt sich oft unsere Urangst vor einem Wagnis. Das ist auch natürlich, denn sobald wir etwas wagen, konnten wir früher unser Leben verlieren. Deutlich öfter aber hat sich im Laufe der Zeit herausgestellt, dass wir durch Wagnisse Veränderungen herbeiführen und damit wiederum Erfolge einbringen können. Deswegen sollten wir uns nicht dauerhaft mit Tätigkeiten abmühen, die uns nicht erfüllen. Arbeit darf sich "leicht" anfühlen. Und ja, wir alle dürfen auch mal scheitern. Aber wer nicht wagt, der nicht gewinnt und sind wir in der Lage, uns diese Erlaubnis zu erteilen, verliert das Wagnis seinen Schrecken unmittelbar und die Energie der Veränderung durchströmt uns. Wissbegierde und Neugierde erwachen und wir brechen auf zu neuen Ufern in dem Wissen, dass Perfektion das ist, was wir selbst erschaffen.


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